Skitour, Rennrad oder Coaching – warum der Weg manchmal anstrengend sein darf
Was haben Skitourengehen, Rennradfahren und Coaching gemeinsam?
Auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders viel. Und gleichzeitig habe ich für mich persönlich schnell eine Parallele entdeckt: Für mich haben diese drei Dinge tatsächlich einiges miteinander zu tun. Denn sie machen mir Spaß, ich gehe dabei meiner Leidenschaft nach – und jedes Mal danach fühle ich mich erfüllt.
Beim Skitourengehen und Rennradfahren kommt noch etwas hinzu: Beides findet draußen in der Natur statt. Und auch im Coaching kann das der Fall sein, wenn meine Klientinnen und Klienten das möchten und wir ein Stück des Weges gemeinsam draußen gehen.
Was genau mir daran so gut gefällt, lässt sich aus zwei Perspektiven beschreiben – aus der Perspektive als Coach und aus der Perspektive als Coachee.
Raum zum Sortieren
Neben der Freude und der Leidenschaft gibt es eine Gemeinsamkeit, die für mich besonders wichtig ist: Ich tue all diese Dinge freiwillig. Dahinter steht ein klares inneres WOLLEN – weil ich Lust darauf habe und weil ich weiß, dass es mir gut tut.
Wenn ich mit dem Rennrad unterwegs bin oder eine Skitour mache, passiert oft etwas Interessantes: Gedanken beginnen sich zu sortieren, Themen lassen sich zu Ende denken und manchmal entstehen ganz neue Perspektiven auf Dinge, die vorher festgefahren wirkten.
Und tatsächlich kommen mir beim Unterwegssein in der Natur häufig viele Ideen. Die Kombination aus Bewegung und Natur macht etwas mit meinem Kopf – sie lässt mich kreativer werden und bringt oft genau die Klarheit, die vorher gefehlt hat.
Viele Menschen sagen, sie bräuchten etwas, „um den Kopf frei zu bekommen“. Für mich fühlt es sich ein wenig anders an: nicht unbedingt frei, sondern eher sortiert und beruhigt, fast so, als würde das innere Chaos langsam leiser werden.
Wenn ich also vielleicht gestresst oder innerlich aufgewühlt aufs Rad steige oder meine Skier anschnalle, komme ich meistens deutlich geerdeter und erholter wieder nach Hause.
Wenn Klarheit entsteht
Ganz ähnlich habe ich es erlebt, wenn ich selbst in der Rolle als Coachee war.
Manchmal bin ich mit vielen Gedanken, mit Ratlosigkeit oder mit einem Gefühl von fehlender Orientierung in eine Coaching-Session gegangen. Gerade in Lebensphasen, in denen sich innerlich etwas neu sortieren möchte, kann dieses Gefühl sehr präsent sein.
Am Ende der Session sah es jedoch meist anders aus: Meine Gedanken waren klarer, ich fühlte mich ruhiger und hatte oft konkrete Ideen für mögliche nächste Schritte – oder zumindest eine deutlich bessere Vorstellung davon, in welche Richtung mein Weg weitergehen könnte.
Wenn ich hingegen selbst in der Rolle als Coach bin, passiert etwas anderes Spannendes. Dann treten meine eigenen Themen und Belange ganz bewusst in den Hintergrund, sodass ich mich vollständig auf mein Gegenüber konzentrieren kann – darauf, gemeinsam Gedanken zu sortieren, neue Perspektiven zu entdecken oder auch verborgene Ressourcen sichtbar zu machen, die vielleicht bisher noch gar nicht im Blick waren.
Und so merkwürdig es vielleicht klingt: Auch das sorgt bei mir für eine gewisse Klarheit im Kopf.
Spüren, erleben und Rückmeldung bekommen
Eine weitere Gemeinsamkeit dieser drei Tätigkeiten liegt im Erleben und Spüren.
Beim Sport spüre ich meinen Körper – manchmal durchaus intensiver, als mir in dem Moment lieb ist. Gleichzeitig bekomme ich eine sehr direkte Rückmeldung darüber, wie es mir gerade geht, wie meine Verfassung ist und wie viel Energie ich zur Verfügung habe. Entsprechend kann ich mein Tempo oder die Intensität anpassen.
Und am Ende steht fast immer ein Gewinn – ein Gefühl von Stolz, Zufriedenheit oder auch einfach Genuss.
Ganz ehrlich gesagt stellt sich dieser Genuss manchmal erst im Nachhinein ein. Während eines längeren Aufstiegs oder bei einer besonders steilen Passage auf dem Rennrad kann es durchaus passieren, dass ich vor mich hin fluche oder mich innerlich – oder auch mal laut – motiviere weiterzumachen. Doch sobald ich (oben) angekommen bin und dieses klare „Geschafft!“ spüre, verändert sich etwas, dann setzt der Genuss ein.
Besonders schön finde ich dabei diese wohlige Müdigkeit danach – nicht die Erschöpfung eines stressigen Alltags, sondern die Zufriedenheit, die nach einer intensiven und gleichzeitig erfüllenden Erfahrung entsteht.
Auch hier ist die Verbindung zum Coaching für mich ziemlich naheliegend.
Denn Coaching ist – anders als manchmal angenommen – kein Wellnessprogramm (siehe auch diesen Blogbeitrag). Eine Coaching-Session kann durchaus fordernd sein, und manchmal gilt das auch für die Zeit danach, wenn neue Gedanken, Perspektiven oder Verhaltensweisen ausprobiert und im Alltag integriert werden möchten.
Auch als Coachee habe ich Sessions erlebt, die mich wirklich gefordert haben. Es gab Momente, in denen ich innerlich geflucht habe, und auch Momente, in denen Emotionen ihren Raum gebraucht haben. Und gleichzeitig hat sich spätestens im Nachgang fast immer etwas anderes gezeigt: eine kleine Veränderung, ein neuer Gedanke, ein mutiger Schritt – etwas, das mich meinem Ziel ein Stück näher gebracht hat.
Der Muskelkater im Kopf lohnt sich also durchaus. Nur übertreiben sollte man es auch hier nicht, denn zu viel ist eben zu viel.
Mein Fazit
Skitourengehen, Rennradfahren und Coaching haben für mich – egal ob ich aus der Perspektive als Coach oder als Coachee darauf blicke – erstaunlich viel gemeinsam. Es sind alles Dinge, die mich aufladen und mir Energie geben, auch wenn sie zwischendurch durchaus anstrengend sein können. Und es sind Tätigkeiten, für die ich manchmal bereit bin, die berühmte Extrameile zu gehen, weil ich weiß, dass am Ende etwas Wertvolles auf mich wartet.
Das kann ein Gipfel sein, eine neue Idee, ein mutiger Schritt oder einfach dieses Gefühl von Zufriedenheit und innerer Ruhe – dieses schöne Gefühl, wieder ein Stück klarer zu sehen und zu wissen, wie der eigene Weg weitergehen könnte.
Mich würde interessieren:
Welche Aktivitäten helfen Dir dabei, Deine Gedanken zu sortieren, neue Perspektiven zu gewinnen und wieder bei Dir selbst anzukommen?
Und vielleicht auch: Welchen „Genuss“ könnte Dir Coaching ermöglichen – vielleicht sogar draußen in der Natur?
Und wenn Du neugierig geworden bist, vereinbare gerne ein kostenfreies Kennenlerngespräch – damit wir gemeinsam schauen können, welcher Weg sich für Dich eröffnen könnte.

