Ich möchte am liebsten irgendwo ganz allein sein.

Mütter, Bedürfnisse, Pause
Bild: Undercover Postcards

Ich möchte am liebsten irgendwo ganz allein sein. Eine Woche oder so.

In den letzten zwei Wochen haben mir drei Frauen aus meinem direkten Umfeld – unabhängig voneinander – sinngemäß denselben Satz gesagt: Sie wären am liebsten einfach mal für eine Woche ganz allein, irgendwo. Ohne Familie, ohne Zuständigkeiten, ohne Verantwortung und vor allem ohne die Bedürfnisse aller anderen.

Und was soll ich sagen: I FEEL THEM!

Ich bin mir außerdem ziemlich sicher, dass sich noch einige weitere Menschen beim Lesen gerade innerlich ertappt fühlen und denken: Ja, genau. Das klingt fantastisch. Einfach mal weg.

Niemand möchte etwas von Dir, niemand braucht etwas von Dir, niemand wartet auf Entscheidungen, Organisation oder emotionale Verfügbarkeit. Einfach nur Zeit und Raum für sich selbst. Herrlich!

Schon allein die Tatsache, dass dieser Wunsch überhaupt da ist, finde ich interessant. Aber noch spannender ist doch die Frage, woher der Wunsch eigentlich kommt: Liegt es am stressigen Alltag, der sich irgendwann wie ein Dauerlauf ohne Pause anfühlt? An einer allgemeinen körperlichen oder mentalen Erschöpfung? Vielleicht spielen auch hormonelle Veränderungen eine Rolle, die dazu führen, dass Grenzen, Belastung und eigene Bedürfnisse plötzlich viel deutlicher spürbar werden. Pssst … Wechseljahre vielleicht? 😉

Mit Antworten auf diese Fragen kommst Du Dir und der Gesamtsituation vielleicht schon auf die Spur. Und gleichzeitig fehlt mir bei diesem Wunsch nach Rückzug noch eine weitere Perspektive, die ich persönlich sehr wichtig finde: das Wofür.

Wofür wäre es eigentlich gut, eine Woche ganz allein irgendwo zu sein?

‍Die ersten Antworten liegen vermutlich ziemlich nahe: Endlich ausschlafen, Energie tanken, in den Tag hineinleben, essen, was man möchte, tun, worauf man Lust hat, und Entscheidungen ausschließlich für sich selbst treffen. Das klingt nicht nur verlockend, sondern vermutlich auch sehr erholsam.

Und ja – wahrscheinlich würde genau das kurzfristig auch Entlastung schaffen, Ruhe bringen und das Gefühl vermitteln, endlich einmal wieder durchatmen zu können. ‍Aber was passiert danach? ‍Was ist, wenn Du nach dieser Woche zurückkommst und sich das bekannte Alltagsrad einfach weiterdreht?

Genau darüber hat mich ein Satz einer Freundin besonders ins Nachdenken gebracht. Sie sagte:


„Ich denke das Thema ist Bedürfnisse – wenn ich Allein bin, kann ich meine Bedürfnisse hören und vielleicht sogar ausleben. Ansonsten ist es eben andauernd wer anderes der ein Bedürfnis äußert 😫.“

Und darin steckt für mich der eigentliche Kern. ‍

Vielleicht geht es gar nicht in erster Linie darum, physisch irgendwo allein zu sein. Vielleicht geht es vielmehr darum, überhaupt wieder Zugang zu sich selbst zu bekommen und die eigene innere Stimme zwischen all den Anforderungen des Alltags wieder hören zu können. Und dafür ist es vielleicht nötig, erstmal physisch allein zu sein oder zumindest ohne die Personen, Anteile, Aufgaben im Umfeld, die den eigenen Zugang überlagern und davon ablenken.‍ ‍

Denn wenn wir über lange Zeit viel organisieren, koordinieren, funktionieren und uns um andere kümmern, geraten die eigenen Bedürfnisse schnell in den Hintergrund. Nicht aus bösem Willen, sondern schlicht, weil im Alltag oft wenig Raum bleibt, um sich selbst bewusst wahrzunehmen. ‍

Manchmal so sehr, dass wir irgendwann gar nicht mehr genau wissen, was wir eigentlich brauchen. (Siehe Blogartikel „Der eine will dies, die andere will das – und was willst DU?)

Relevante Fragen dabei sind:

  • ‍ Was tut mir gerade gut?

  • Was fehlt mir?

  • Was brauche ich wirklich?

‍Der Wunsch, einfach mal eine Woche zu verschwinden, kann deshalb ein ziemlich klares Signal sein. Ein Hinweis darauf, dass mindestens eines Deiner Bedürfnisse gerade nicht ausreichend erfüllt ist. Und genau darin liegt etwas sehr Wertvolles. Denn statt diesen Wunsch nur als Fluchtfantasie oder Erschöpfungssymptom abzutun, kann er auch als Einladung verstanden werden, genauer hinzuschauen.

Allein auf einer Almhütte, Ruhe, Auszeit

Es muss dabei übrigens nicht direkt die einsame Hütte für sieben Tage sein – auch wenn der Gedanke durchaus Charme hat 😜. ‍

Oft beginnt es viel kleiner und gleichzeitig wirkungsvoller: mit bewussten Momenten im Alltag, ein kurzes Rendezvous mit Dir selbst. Um dies zu gestalten und vielleicht sogar schrittweise zu etablieren, können diese Fragen hilfreich sein:

  • Wann ist es Dir zuletzt gelungen, Deine Bedürfnisse bewusst wahrzunehmen?

  • Welche Bedürfnisse waren das konkret?

  • In welchen Momenten im Alltag kannst Du Dich selbst besonders gut hören?

  • Und was würde sich verändern, wenn Deine Bedürfnisse wieder mehr Raum bekämen? Was auch immer es ist – die Art und Weise, wie du deine Geschichte online vermittelst, kann einen gewaltigen Unterschied ausmachen.

Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer radikalen Auszeit, sondern mit einem ehrlichen Innehalten und der Bereitschaft, sich selbst wieder zuzuhören.

‍Und falls Du gerade das Gefühl hast, sehr genau zu wissen, was alle anderen brauchen, aber kaum noch, was eigentlich Deins ist, begleite ich Dich gerne dabei, wieder mehr Klarheit über Dich selbst, Deine Bedürfnisse und Deine eigene Richtung zu gewinnen.


Stell Dir vor, Du hättest einen ganzen Tag Zeit für Dich - ein Tag, der den Unterschied machen kann. Wie könnte der aussehen? Hier geht’s zur Umfrage: Ein Tag für Dich, der für Deinen Alltag ein Unterschied macht.

🔎 Geh mit mir auf Bedürfnissuche!


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