Das Wichtigste steht auf keiner Packliste
Hier kommt der “So war es wirklich”-Teil zum vorherigen Blogbeitrag “Was habe ich alles dabei und wofür ist es gut?” in dem es darum ging, meine Ausrüstung für ein Ski-Hochtourenwochenende vorzubereiten. Nachdem dieses Wochenende nun stattgefunden hat, kann ich ein Fazit ziehen zu den genutzten Ausrüstungsgegenständen und Ressourcen. Das war so…
Unterwegs auf der Königstour an diesem Wochenende wurde deutlich, welche Ressourcen und Ausrüstungsgegenstände ich tatsächlich gebraucht habe und welche ich noch - ganz unbemerkt und gleichzeitig sehr wertvoll – dabeihatte und darauf zurückgreifen konnte: das Team, ich selbst als Ressource, die Kraft von Angst und Freude, (Selbst)Vertrauen
Ein Großteil der „technischen Ausrüstung“ kam zum Einsatz: die gesamte Skiausrüstung, alles zur Gletscherüberquerung in einer Seilschaft und nicht zu vergessen Steigeisen und Pickel, die den letzten Aufstieg zum Gipfel ermöglicht haben.
Was aber mindestens genauso wichtig war für diese besondere Gipfeltour: die gesamte Gruppe, das Team. Für mich an dem Tag eine unentbehrliche Ressource, denn damit kamen Dinge wie Unterstützung, Motivation, Vertrauen, Teamgeist und sicherlich auch ein bisschen Druck zum Durchhalten. Außerdem fühlte es sich im Verbund leichter an.
Eine wichtige mentale Ressource habe ich zum ersten Mal nutzen können, angestoßen durch ein Coaching mit Gitta Hoffmann-Raschka vor diesem Wochenende (entfaltungsraum-coaching). Ich habe gelernt, der Angst einen anderen Platz zu geben: nicht mehr im Weg oder im Nacken, sondern neben mir. Der Effekt: mehr Fokus, mehr Präsenz, mehr Konzentration auf das Hier und Jetzt – und auf genau die Fähigkeiten, die ich in diesem Moment brauche.
Angst so wie ich sie auf früheren Touren manchmal empfunden hatte, habe ich tatsächlich nicht gehabt! Stattdessen habe ich die Angstkraft genutzt um mein Ziel, den Gipfel, zu erreichen. Zusätzlich hat mir die Freudekraft als Ressource gute Dienste geleistet um durchzuhalten, wenn es anstrengend wurde: die Freude an dem was ich tue, die Freude die winkt, wenn ich auf dem Gipfel stehe und nach der gelungenen Tour mit meiner Gruppe ein Radler in der Hütte trinke. Und natürlich auch Stolz, es geschafft zu haben. Über diese Kräfte und was in ihnen verborgen ist, habe ich mit KollegInnen aus Coaching und Beratung währende des Community-Events am Campus am See am Wochenende vor meiner Tour sinniert und diskutiert. Sehr inspirierend und sehr praxisnah, wie ich nur eine Woche später feststellen konnte 😊.
Und noch mehr habe ich an Ressource entdeckt bzw. weiterentwickelt: Vertrauen. Einerseits in mich selbst, in meine Fähigkeiten – technisch, sportlich und mental. Andererseits in die Ausrüstung, die ich zusammengestellt und mitgenommen habe.
Hier kann neben Vertrauen gut das Wort „Erfahrung“ stehen, denn Erfahrung gibt mir Sicherheit und gleichzeitig Vertrauen. Dies gilt auch in Bezug auf die „ersten Male“, die es auch an diesem Wochenende gab wie bspw. das erste Mal am Seil gehen. Diese ersten Mal sind für mich immer aufregend und wenn ich sie dann gemeistert habe, gehe ich eigentlich immer gestärkt weiter. Entweder, weil etwas gut gelingt, vielleicht viel leichter war als vorher gedacht, und (Selbst‑)Vertrauen wächst.
Oder, weil ich etwas lerne für das nächste Mal. An diesem Wochenende waren das bspw. Dinge wie: zu viel Gepäck kostet Kraft, ich wäre mit weniger ausgekommen, ab Tag zwei habe ich mich tagsüber kontinuierlicher und besser versorgt, ein eingefrorener Wasserschlauch will künftig anders verstaut werden.
Mein Fazit:
Auch wenn unterwegs Nervosität und Anstrengung dazugehören – im Rückblick überwiegen klar Abenteuerkraft, Stolz und Freude. Und das tiefe Gefühl: Ich habe mehr dabei, als ich dachte. (ohne es wirklich tragen zu müssen!!)
Genau darum geht es für mich auch im Coaching. Nicht nur darum, Neues zu entwickeln, sondern darum, die eigene „Ausrüstung“ bewusst wahrzunehmen, einzuordnen – und passend einzusetzen.
💡 Was trägst du gerade alles mit dir – und welche deiner Ressourcen nutzt du vielleicht noch nicht
bewusst?
👉 Neugierig auf deine eigene „Ausrüstung“? Lass uns gemeinsam hinschauen, was bereits da ist – und wie
du es für deinen nächsten Schritt nutzen kannst.

